Johannes 7 – Auslegungen

EG 37: Ich steh an Deiner Krippen hier…

„Weihnachten ist ein starkes Fest“! Darüber ging eine Weihnachtspredigt meines Konfirmators. Damals habe ich mich sehr daran gestoßen: Wie kann ein Fest stark sein? Doch erweist sich diese Wahrheit jedes Jahr aufs Neue: Weltweit schlägt Weihnachten Menschen in seinen Bann – trotz und mit Corona, mit und ohne Glauben! Und weil das so ist, will ich heute, am 25. 12. 2020 von meiner Regel der lectio continua, der regelmäßigen Auslegung des Johannesevangeliums abweichen.

Dabei ist in mir das Lied „Ich steh an Deiner Krippen hier“ erklungen – insbesondere der letzte, neunte Vers:

„Eins aber, hoff ich, wirst du mir,

mein Heiland, nicht versagen:

daß ich dich möge für und für

in, bei und an mir tragen.

So lass mich doch dein Kripplein sein;

komm, komm und lege bei mir ein

dich und all deine Freuden.“

Der Vers vorher deckt das ganze Streben des Menschen auf: „Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden…“ Wer könnte sich davon freisprechen, nicht nach Lebenslust und Lebensfreude zu suchen? Selbst in der Lust am zerstörerischen Hass steckt – verkehrt ins Böse – noch dieser Urtrieb.

Während jedoch alle und alles nach oben strebt, ist Gott nach unten gekommen: Kleiner als ein gerade geborenes Kind kann er nicht werden. Und ärmlicher als in einer Futterkrippe eines Stalls kann er nicht gebettet werden. Das alles wäre nun nichts Besonderes, weil es viel Armut und Ärmlichkeit in der Welt gibt. Aber dass sich ausgerechnet Gott, dem wir doch Macht, Glanz und Herrlichkeit zuschreiben, in eine Krippe betten lässt, sprengt alle Vorstellungen von ihm.

Warum tut der das? Paul Gerhardt versteht es sinnbildlich: Niemals könnte ein Mensch Gott in sich aufnehmen. Das geht nur, wenn Gott ganz klein wird – so wie damals Maria ihren kleinen Jesus geboren hatte und in eine Krippe legte!

Nicht nur an eine Wahrheit sollen Christen glauben, sondern in dieser Wahrheit leben: Der lebendige Gott bettet sich mit dem Geheimnis seiner Liebe in mein Innerstes – so wie es heißt: „So lass mich doch dein Kripplein sein…“

Gottes Liebe in mir: der Größte ganz klein!

Joh 7,1 Danach zog Jesus umher in Galiläa

Joh 7,2f Es war aber nahe das Laubhüttenfest

Joh 7,4f Seine Brüder aber (3)

Joh 7,6 Da spricht Jesus zu ihnen (4)

Joh 7,8ff Geht ihr hinauf zum Fest (6)

Joh 7,11 Da suchten ihn die Juden (7)

Joh 7,14fAber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel (8)

Joh 7,16f Jesus antwortete ihnen (9)

Joh 7,18 Wer aus sich selbst redet (10)

Joh 7,19f Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben (11)

Joh 7,21f Ein einziges Werk habe ich getan (12)

Joh 7,23f Wenn ein Mensch am Sabbat (13)

Joh 7,25f Da sprachen einige aus Jerusalem (14)

Joh 7,27f Doch wir wissen (15)

Joh 7,29f Ich aber kenne ihn (16)

Joh 7,31 Aber viele aus dem Volk glaubten an ihn (17)

Joh 7,32 Die Pharisäer hörten (18)

Joh 7,33f Da sprach Jesus (19)

Joh 7,35f Da sprachen die Juden (20)

Joh 7,37 Aber am letzten Tag des Festes (21)

Joh 7,38 Wer an mich glaubt (22)

Joh 7,40f Etliche nun aus dem Volk (23)

Joh 7,42 Sagt nicht die Schrift (24)

Joh 7,43f So entstand seinetwegen Zwietracht (25)

Joh 7,45f Da kamen die Knechte (26)

Joh 7,47f Da antworteten ihnen die Pharisäer (27)

Joh 7,47f Da antworteten ihnen die Pharisäer (28)

Joh 7,48f Glaubt denn einer von den Oberen (29)

Joh 7,50f Spricht zu ihnen Nikodemus (30)

 

 

 

 

 

Was die Welt im Innersten zusammenhält