Johannesevangelium

 

Der Adler – sein Wappentier

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Gabriela Neumeier, pixelio

Johannes und der Adler

Unterwegs auf den Spuren des Johannesevangeliums

Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, sodass ihr euch verwundern werdet. Joh 5,20

Eltern lieben ihre Kinder; ein Vater liebt seinen Sohn und eine Mutter ihre Tochter, eine Mutter ihren Sohn und ein Vater seine Tochter. Diese Liebe ist mehr als nur eine Nächstenliebe, obwohl die Kinder ihren Eltern am nächsten stehen. Wenn eine Mutter ihr kleines Mädchen drückt und herzt, wenn ein Vater mit seinem kleinen Sohn durch den Garten tollt, dann ist das mehr als nur ein Gefühl der Gewogenheit, dann ist zwischen Eltern und Kindern eine richtige Liebe – und die von beiden Seiten.

Auf diese Weise versucht das Johannesevangelium, das Verhältnis von Gott und Mensch zu vergegenwärtigen: „Der Vater hat den Sohn lieb“, so richtig von Herzen. Und wenn es Besucher von außen gäbe, dann würden sie wohl sagen: So ganz der Vater! Diese Hände, dieser Blick, diese Art zu sprechen!

Wo würden wir bei Gott und Mensch sagen: So ganz der Vater? Doch bei der Einsicht, dass Gott und Mensch wie Vater und Sohn gleichermaßen Geist haben. Damit werden wir Menschenkinder im Leben vieles entdecken, erkennen, durchdringen, weil uns dieser Geist gegeben ist.

Aber wenn dieser Geist nur sich selbst überlassen bliebe, würde es bei aller Begabung doch viel Wildwuchs geben. Deswegen zeigt ein Vater dem Sohn, was ihm im Leben wichtig ist. Im Gleichnis: Er erklärt ihm, wie man mit einer Bohrmaschine umgeht und welche Technik er anwendet, um den Rasentrimmer optimal einzusetzen. Und eine Mutter zeigt ihrer Tochter, wie sie ihren Lieblingskuchen bäckt oder mit dem Staubsauger umgeht. Die Rollen können heute wechseln …

Dabei ist es oft genug doch so: Der Sohn, die Tochter, sie verlangen selbst danach, gezeigt zu bekommen, was ihre Eltern beherrschen. Was nun Gott seinem Sohn zeigt, das lässt Staunen: die Heilung des Gelähmten, die des Blindgeborenen, die Auferweckung des Lazarus.

Dies und noch mehr zeigt er seinem Sohn, damit wir ins Staunen kommen. Was will er mir heute zeigen? Ob dazu die neugierige Frage gehört: Wie machst du das? Darin werden wir doch gelehrige Söhne und Töchter, die ihm seine Schöpfungsgeheimnisse ablauschen und schöpferisch nachbilden.

Wo staune ich so über Gottes Wirken?

Joh 5,1 Danach war ein Fest der Juden (1)