Johannesevangelium

Der Adler – sein Wappentier

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Gabriela Neumeier, pixelio

Johannes und der Adler

Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? 11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr. Joh 8,10f

Nach den erregten Forderungen, die Ehebrecherin zu steinigen, war Stille eingekehrt. Nur zwei waren zurückgeblieben: Jesus und die Ehebrecherin! Keiner hatte das Todesurteil vollzogen. Feige war einer nach dem anderen weggeschlichen.

Die selbstgerechten Richter über das Böse hatte Jesus bloßgestellt: Auch sie waren keine besseren Menschen als diese Frau: Auch sie waren nur Sünder und mangelten der himmlischen Gerechtigkeit! – Wie diese Frau! Unsere so beliebte Taktik, das Böse im anderen auszurotten, war an Jesus gescheitert. Er hielt ihnen den Spiegel der Selbsterkenntnis vor.

Doch wo blieb das Recht? Nur ein einziger Mann hätte jetzt noch den Stein werfen können: Jesus! Denn von ihm bekennen wir Christen, dass er ohne Sünde gewesen sei. Dass er das Todesurteil hätte vollziehen können, verrät sich in seinen drei kleinen Worten: „auch ich nicht“! Wie konnte er das tun, er, der doch die Gerechtigkeit Gottes war?

In der Rechtsprechung gibt es einen alten Grundsatz: „Gnade vor Recht ergehen lassen“. Das gilt unter uns Menschen im Allgemeinen immer dann, mit wir mit zugedrücktem Auge etwas durchgehen lassen. Zum Beispiel: Eigentlich sollte unsere Tochter um 11 Uhr abends nach Hause gekommen sein. Sie kam aber erst um kurz nach Mitternacht. Für diesmal, so wir als Eltern, wollen wir Gnade vor Recht erghen lassen.  So Eigentlich könnte das Recht vollzogen werden, aber in diesem Falle wollen wir Gnade walten lassen. So kann ein Polizist Gnade vor Recht ergehen lassen, wenn er einem Falschparker das fällige Bußgeld erlässt.

Gnade vor Recht, aber anders: Das erlebt die Frau, die den Tod verdient hätte. Keiner ihrer Verkläger hatte das Recht vollzogen. Feige hatten sie sich verdrückt. Doch Jesus, der einige, der es hätte vollziehen können, tut es nicht, denn er weiß: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Wie anders urteilen wir und unsere Nachrichten: Alles viel zu langsam, viel zu unkoordiniert, viel zu umständlich, was Corona betrifft!

Wie wird sein „Auch ich nicht“ zu meinem?

Joh 8,1f Jesus ging zum Ölberg (1)

Joh 8,3 Eine Frau beim Ehebruch (2

 
 
 
 
 
 
 
 

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