Johannesevangelium

 

Der Adler – sein Wappentier

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Gabriela Neumeier, pixelio

Johannes und der Adler

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt. Joh 6,51

Es schält sich mehr und mehr heraus, so pflegt man zu sagen, wenn sich ein Gespräch um einen schwer zu erfassenden Kern dreht. So ist es hier im 6. Kapitel mit dem Wort: Ich bin das Brot – heute das lebendige und vom Himmel herabgestiegene.

Neu ist doch, dass dieses Brot kein Bäckerbrot, kein gebackenes ist, sondern sein Fleisch. Fleisch – damit beginnt das Evangelium: „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns …“ (Joh 1,18). In diesem Abschnitt kommt es noch sechs weitere Male vor. Heute: Das Brot ist mein Fleisch! Wer wird mit diesem Wort nicht an das Abendmahl erinnert? In den folgenden Versen wird das unübersehbar.

Aber was schält sich hier, bei dieser Präzisierung des Brotwortes heraus? Ich will es mit einem schönen, alten, deutschen Wort sagen: Dieses lebendige Brot soll ich mir einverleiben. – In dem Einverleiben steckt das, was ich täglich mit meiner Nahrung tue: Ich esse sie, nehme die lebenswichtigen Substanzen in meinen Körper auf, baue sie ein und versorge mich durch sie mit Energie. Am Ende scheide das Unbrauchbare und Verbrauchte wieder aus.

Im Einverleiben kann ich nicht mehr unterscheiden, was Brot war und was ich nun bin. Es war Brot und ist nun mein Fleisch, meine Haare, meine Muskeln, meine Kraft und Bewegung, sogar meine Gedanken! Durch das Einverleiben bin ich selbst das Brot, das ich gegessen habe, ununterscheidbar, es sei denn, ich hätte bestimmte Atome radioaktiv markiert und könnte mit dem Geigerzähler feststellen, wo sie „ich selbst“ geworden sind.

Im Einverleiben geht es mehr als um ein Wissen, das ich mit Verstand und Willen aufnehmen kann. In der Liebe sagen wir zuweilen: „Ich habe dich zum Fressen gern. Ja, manchmal verlockt sie mich, diese Liebe, hineinzubeißen: Liebesbisse als Sehnsucht nach einer tiefen Vereinigung.

Solche Vereinigung ist eine Herzenssache. Bevor mein Herz nicht berührt und gerührt wird von dem, der Fleisch geworden ist, Jesus Christus, habe ich ihn mir noch nicht einverleibt.

Wann rührt Jesus mein Herz?

Joh 6,1f Danach ging Jesus weg ans andre Ufer (1)